Sterben, Tod, Gedenken: Ästhetische Annäherungen an ein schweres Thema
2. Mönchengladbacher Kulturnacht in der Hochschule Niederrhein

Sterben, Tod, Gedenken sind ohne Zweifel ein schweres Thema. 34 Studierende der Kulturpädagogik unter Leitung von Professorin Dr. Mona Sabine Meis haben trotzdem keine Berührungsängste gehabt – oder sie überwunden. Sie nähern sich dieser sogenannten Sepukralkultur am 3. November bei der 2. Mönchengladbacher Kulturnacht in der Hochschule Niederrhein überwiegend mit ästhetischen Mitteln an. Dabei versuchen sie, das Unfassbare fassbar, das Unbegreifliche greifbar, das Unsichtbare sichtbar und Gefühle ertragbar zu machen. Lehrstunden erhielten sie dabei von den mexikanischen Künstlerinnen Laura Varela und Guillermina Zabala, mit denen sie eine Altarinstallation schufen. Anlass dafür ist der „Dia de los Muertos“ (Tag der Toten). Er ist einer der wichtigsten mexikanischen Feiertage und gehört nach Urteil der UNESCO zu den „Meisterwerken des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“.
 
Gefeiert wird er vom 31. Oktober bis 2. November. Exakt an diesem Tag beginnen in Mönchengladbach und Umgebung eine Reihe von Veranstaltungen und Präsentationen, die sich mit der Sepukralkultur auseinandersetzen. Seit mehr als einem Jahr haben Professorin Meis und zwölf Partner wie Schulen und Kirchengemeinden das Projekt vorbereitet. Bei der Kulturnacht in der Hochschule (Rheydter Str. 277), die um 18 Uhr beginnt, kooperieren die Kulturpädagogen mit „nachtaktiv“. Die Studierenden zeigen etwa Fotografien zum „Suizid“, eine Altar-Installation zu „Witwenverbrennung in Nepal“, eine Tanz-Zeichnungs-Performance“ mit dem Titel „Vergänglichkeit“, ein Monumentalbild „Begegnungen mit Lateinamerika“,den Entwurf für ein Denkmal für Zwangsarbeiter, Holzschnitte und Fotografien zum Totentanz und vieles mehr. In der gleichen Nacht präsentieren die Neusser Gesamtschule an der Erft, die Konfirmandengruppe Lank-Latum und die Realschule Mönchengladbach-Wickrath ihre Auseinandersetzung mit Sterben, Tod und Gedenken. Larissa Behr liest aus ihrem Buch „In Zuversicht Leben und Sterben“, Bettina Prümmer informiert persönlich und individuell über „Sterbebegleitung“. Ab 18 Uhr lesen die "Wortweber - Autorengruppe Niederrhein" (www.wortweber-niederrhein.de) im Theatersaal abwechselnd mit kurzen Filmen zum Thema.
 
In Mexiko gelten die Feierlichkeiten zum „Dio de los Muertos“ in ihrer traditionellen Form als bedroht, da sie nach und nach von dem eher kommerziell ausgerichteten Halloween beeinflusst werden, mit dem der Tag der Toten aber außer der allgemeinen Thematik nur wenig gemein hat.
 
Autor: Rudolf Haupt
Datum: Dienstag, 23.Oktober 2007